May 2019

Wo gibt es Förderung für meinen Speicher? Ein Überblick.

Staatliche Zuschüsse senken die Investitionskosten für Stromspeicher und erhöhen ihre Wirtschaftlichkeit. Aber in welchen Bundesländern und Kommunen gibt es derzeit eigentlich solche Förderprogramme? Was sind die Voraussetzungen und wie hoch fällt die Förderung aus? Wir haben für Sie eine Übersicht zusammengestellt! 

Vielfältige Förderlandschaft

Zum 31. Dezember 2018 wurde das deutschlandweite KfW-Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Speicher“ eingestellt. Um die Netzstabilisierung durch die Installation dezentraler Speichersysteme zu fördern, gibt es allerdings viele neue lokale Förderprogramme. Sie können also auch weiterhin von einem Zuschuss für Ihren Stromspeicher profitieren!
Derzeit (Stand Mai 2019) bieten insbesondere Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen Förderprogramme an. Die Förderung in Brandenburg ist in der Anzahl begrenzt und das Kontingent derzeit ausgeschöpft. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kommunale Programme - hier lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die Förderdatenbank, um von aktuellsten Entwicklungen zu profitieren.
Förderdatenbank

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg hat das dortige Ministerium 10 Millionen Euro bereitgestellt, um einen finanziellen Anreiz für den Kauf "netzdienlicher Batteriespeicher" in Verbindung mit einer PV-Anlage und somit die Entlastung der Verteilnetze zu setzen. Die Förderbedingungen wurden zuletzt zum 01. Februar 2019 aktualisiert.
Förderprogramm "Netzdienliche Batteriespeicher"
Was sind die Voraussetzungen?
  • Gefördert wird max. 1 Speicher in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage mit bis zu 30 Kilowatt Peak (kWp) Leistung
  • Das Verhältnis von Photovoltaik-Anlagenleistung zur Speicherkapazität muss mindestens 1,2 kWp / 1 kWh betragen
  • Bei Photovoltaik-Anlagen mit Leistungen bis max. 10 kWp muss der Stromspeicher über eine Erzeugungs- beziehungsweise Verbrauchsprognose verfügen 
Wie hoch ist die Förderung?
  • 200 € / kWh installierter Speicherkapazität (min. 400 €, max. 30 % der Netto-Investitionskosten)
  • 500 € einmaliger Bonus für einen netzdienlichen / lastmanagementfähigen Elektrofahrzeug-Ladepunkt
  • 400 € Bonus zusätzlich für Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Nennleistungen von 10 bis 14 kWp

Bayern

Der Freistaat Bayern fördert seit 2015 die Investition in Speicher im Rahmen seines 10.000 Häuser-Programms für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Darüber hinaus ist nach derzeitiger Aussage des Wirtschaftsministeriums ein weiteres, eigenes Speicherförderprogramm in Planung.
Förderprogramm "10.000-Häuser"
Was sind die Voraussetzungen?
  • Gefördert werden nur Stromspeicher mit mindestens 12 kWh nutzbarer Kapazität
  • Die installierte Nennleistung der Photovoltaikanlage darf eine Mindestgröße von 5 kWp nicht unterschreiten
  • Es besteht eine Verpflichtung zur verminderten Netzeinspeisung durch Leistungsbegrenzung auf 50% oder 30% der Nennleistung über 20 Jahre
  • Bei Sanierungen muss das KfW-Effizienzhausniveau 155 erfüllt sein. Bei Neubauten das KfW-Effizienhausniveau 55
Wie hoch ist die Förderung?
  • 1000 € bei einer maximalen Netzeinspeisung von 50 % der installierten Photovoltaik-Anlagenleistung
  • 3000 € bei einer maximalen Netzeinspeisung von 30 % der installierten Photovoltaik-Anlagenleistung 

Nordrhein-Westfalen

Seit Oktober 2018 fördert Nordrhein-Westfalen die Investition in Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaik-Anlage im Rahmen seines progres.nrw-Förderprogramms „Markteinführung“.
Förderprogramm "progres.nrw Markteinführung"
Was sind die Voraussetzungen?
  • Gefördert wird max. 1 Speicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Photovoltaik-Anlage mit bis zu 30 kWp Leistung
  • Die Netzeinspeisung darf für die Lebensdauer der Photovoltaik-Anlage maximal 50 % der installierten Nennleistung betragen
Wie hoch ist die Förderung?
  • Max. 10% der zuwendungsfähigen Ausgaben, d.h. für Erwerb und Errichtung des Systems (Netto-Investitionskosten)

Sachsen

Das Bundesland Sachsen fördert gezielt private Stromspeicher und deren Vernetzung mit Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge, welche dem Zweck der Eigenverbrauchserhöhung mit Solarstrom dienen. Gefördert werden sowohl Neuinstallationen als auch die Nachrüstung zusätzlicher Speicherkapazitäten.
Förderprogramm "Stromspeicher mit/ohne Ladestation"
Was sind die Voraussetzungen?
  • Gefördert werden nur Stromspeicher mit mindestens 2 kWh nutzbarer Kapazität und dauerhafter Anbindung an eine Photovoltaik-Anlage und das öffentliches Stromnetz
  • Die Netzeinspeisung darf maximal 50 % der installierten Photovoltaik-Nennleistung betragen
  • Zur Finanzierung dürfen keine Mittel aus anderen gleichartigen Förderprogrammen eingesetzt werden und in den vorangegangenen 11 Monaten keine weiteren durch den Freistaat geförderten Stromspeicher in Betrieb genommen worden sein
Wie hoch ist die Förderung?
  • Bei Neuinstallationen 1.000 € %20 200 € / kWh installierter Speicherkapazität
  • Bei Nachrüstungen 200 € / kWh zusätzlich installierter Speicherkapazität
  • Der Höchstbetrag liegt bei 40.000 €

Thüringen

Über die landeseigene Thüringer Aufbaubank fördert das Bundesland gezielt Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher, welche dem Eigenverbrauch dienen. Photovoltaik-Anlagen erhalten die Förderung dabei nur, wenn 100% des produzierten Stroms selbst verbraucht und nicht in das öffentliche Netz eingespeist werden. Ein guter Grund für große Speicher.
Förderprogramm "Solarinvest - Förderung des Eigenstromverbrauchs"
Was sind die Voraussetzungen?
  • Es werden ausschließlich Neuinvestitionen gefördert
  • Bei alleiniger Förderung eines Speichersystems sind mindestens 60 % der erzeugten Energie aus der Photovoltaikanlage selbst zu verbrauchen, d.h. die Netzeinspeisung muss auf max. 40% der installierten Photovoltaik-Nennleistung begrenzt werden
  • Für die Batterien muss eine Zeitwertersatzgarantie für einen Zeitraum von mindestens 8 Jahren vorliegen
Wie hoch ist die Förderung?
  • Bis zu 30% der zuwendungsfähigen Ausgaben für Energiespeicher und / oder Photovoltaik-Anlage
  • Die Gesamtausgaben müssen mind. 1.000 € betragen (Bagatellgrenze)
  • Der maximale Zuschuss beträgt 100.000 € 
veröffentlicht vonPawel Nicinski

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